Heilkraft im Pfefferkuchen

Die Gewürznelke ist Heilpflanze des Jahres 2010

Gewürznelkenbaum

Der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) wurde zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt. Die Jury des Naturheilvereins Theophrastus entschied sich damit erstmalig für eine nicht in Europa heimische Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus den zu Indonesien gehörenden Molukken und braucht zum Gedeihen tropisches Klima.

Gewürznelkenbaum

Wissenschaftlich belegt ist ihre positive Wirkung bei schlecht heilenden Wunden, einschließlich Unterschenkelge- schwüren, sowie bei Verbrennungen und Dermatitis. Dies ist auf die anti- phlogistische und granulationsfördernde Wirkungsweise zurückzuführen. Nach- gewiesen sind zudem antibakterielle, antimykotische, antivirale, immun- stimulierende, antitumorale, choleretische und cholesterinsenkende Eigenschaften bei verschiedenen Ringelblumenextrakten und deren Bestandteilen.


Der NHV Theophrastus begründete seine Wahl damit, dass die Gewürznelke in der Schulmedizin und in der Komplementärmedizin Beachtung finde. Gewürznelken gelten als schmerzstillend, entzündungshemmend, antibakteriell, verdauungsfördernd und stark belebend. Am bekanntesten ist ihr Einsatz in Form von Nelkenöl bei Zahnschmerzen und -entzündungen. Außerdem machen sie Speisen bekömmlicher und verleihen Lebkuchen, Weihnachtsgebäck oder Punsch einen unverwechselbaren Geschmack. Auch Currymischungen enthalten Gewürznelken.


Getrocknete Gewürznelken

Genutzt werden vom Gewürznelkenbaum nicht die Früchte oder wie beim Zimt die Rinde, sondern die getrockneten Blütenknospen. Die immergrüne Art gehört zu den Myrthengewächsen und kann 10 bis 15 Meter hoch werden. Die getrockneten Nelken enthalten bis zu 15 Prozent ätherischer Öle, vor allem das leicht betäubend wirkende Eugenol, das auch in Zimt vorkommt.

Gewürznelke getrocknet

In Europa sind Gewürznelken bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt. Als die Niederlande später die auch als Gewürzinseln bekannten Molukken zu ihrer Kolonie machten, errichteten sie ein Gewürzmonopol. Dieses wurde erst gebrochen, als man Anfang des 19. Jahrhunderts begann, aus dem Land geschmuggelte Bäume auch andernorts anzubauen.


Wichtige Anbaugebiete sind heute unter anderem die afrikanischen Inseln Pemba – zu Tansania gehörend – und Madagaskar. Die Molukken dagegen spielen zumindest für den Export kaum mehr eine Rolle, denn ein Großteil der Ernte wird zu den in Indonesien beliebten Gewürznelkenzigaretten verarbeitet